Montag, 7. Mai 2012

Mit Haut & Haar in NOLA



Wir kommen hier an: Der erste Eindruck sind der schier unendliche Arm des Mississippi Deltas und natürlich der Gürtel an Raffinerien und deren grauen Schlöten. Eine Skyline begrüßt uns und in mir kommen Zweifel auf, ob New Orleans seinen Charme wohl bewahrt hat über all die Jahre, vor allem nach Katrina.



Slim Goodies

Heute sitze ich im Slim Goodies an der Magazine Street, die man etwas vorsichtig auch als "Little Williamsburg" bezeichnen kann. Hier kellnern Leute, die ihre Fake-Brille am Flohmarkt um die Ecke gekauft haben und deren Karokreuzungen auf dem Hemd mit der Anzahl der Vintage-Stücke in ihren Shotgun-Häusern übereinstimmt. Die neon-orangen Fingernägel sollten zwar wieder mal lackiert werden, aber im Großen und Ganzen kommt der Laissez-fair-Look gut rüber. Inzwischen weiß ich übrigens auch, dass die Stadt trotz der großen Katastrophe nichts an Persönlichkeit einbüßen musste, sie hält nur, so scheint es, noch stärker zusammen.





Der Bus gaxt auf uns

Der Bus in die Innenstadt, den uns unsere Airbnb-Gastgeber Kristi und Mike wärmstens empfohlen haben, sollte uns endlich zur Geburtsstätte des Jazz, dem French Quarter, bringen. Nichts da. Das sollte unsere erste Begegnung mit der so unverwechselbaren Mentalität der Stadt werden: The Big Easy lässt sich treiben, The Big Easy hat den Flow, The Big Easy erlaubt keine Pünktlichkeit. 50 Minuten (oder waren es 150?) später besteigen wir ein Taxi, das wir uns mit einem mittelalterlichen, argentinischen Pärchen teilen. Sie haben übrigens original 1 Minute auf den Bus gewartet - der südamerikanische Geduldsfaden ist anscheinend sehr kurz.





Mit Haut und Haar

Die Stadt umarmte uns sofort und fraß uns mit Haut und Haar. Ehe wir's uns versahen, waren wir mitten in einer Mardi Gras-Parade samt Brass-Band. Dann wurden wir in eine andere Zeit uns wahrscheinlich Sphäre versetzt: Pferdekutschen, sich vor Leuten biegende Balkone und vor allem: Musik überall. Aus jeder Bar dringt sie durch noch so kleine Ritzen. Doch die meisten Türen sind ohnehin weit geöffnet, weil die abendliche leichte Schwüle dann doch angenehmer ist als abgestandene Barluft und Mosquitos, die sowieso auch durch oben genannte Ritzen klettern - seien sie auch noch so klein.

Der Mississippi hat einige Schaufelraddampfer voll mit Schiffspersonal auf die Straßen gespuckt. Offiziere, Militärs, Kapitäne, Matrosen, alle in makellosem weiß bzw. khaki. Ein Fest für die Augen. Alle tanzen auf den Straßen, miteinander oder alleine. Eine Blasmusik-Kombo spielt in der Frenchman Street. Ein Donnerstag in New Orleans. Der ganz normale Wahnsinn. Musik kennt keine Altersgrenzen.





The Big South

Ein paar Straßen weiter sehen wir eine Südstaaten-Band wie sie im Buche steht: Alle in Latzhosen, dass darunter die Tattoos herausblitzen, scheint selbstverständlich. Dann passiert es: Man hebt ab, schwerelos lässt man sich durch die Straßen der Wiege des Jazz tragen. Gleitet auf den Klängen, geleitet von bunten Lichtern und dem Rhythmus dieser faszinierenden Metropole am großen Fluss. Schon jetzt hat man beschlossen, dass dies zwar der erste, aber sicher nicht der letzte Besuch in NOLA ist, denn man wurde gefangen genommen vom Esprit, der Melodie und der Magie dieses Ortes.

Freitag, 4. Mai 2012

Des Nächtens zwischen Speichern


Heut hab ich mich rumgetrieben. Ganz alleine und das auch noch in der Nacht. Ich hab meine Kamera eingepackt, die Jacke angezogen und bin Richtung Elbe gefahren. Beim Baumwall raus und schon war ich am für mich magischsten Ort in ganz Hamburg: Der Speicherstadt. Am Tag mag hier ja Rummel sein. Da eine Kaffeerösterei, dort ein In-Lokal und in der nächsten Ecke das Miniaturmuseum. Aber sobald die Sonne schlafen gegangen ist und ihren Platz mit dem Mond tauscht, da kommt für mich der Charme so schnell raus, wie die gemeinen Brückenspinnen.

Vergangenheit in Backstein


Wie sie mich anblicken, diese großen Münder, mahnend, klagend. Dabei waren sie einst da, um zu fressen, mit unstillbarem Hunger und unglaublicher Gier haben sie alle Waren in sich hinein gefressen. Kaffee, Getreide, Tee, alles, was sich so für eine Hafenstadt gehört, ging durch ihre Bäuche und heute? Heute ist hier am Tag Touristenzentrum und in der Nacht der sicherlich stimmungsvollste Ort in Hamburg.




Dienstag, 1. Mai 2012

Milchkaffee in München

Milchkaffee schlürfend sitze ich in München und verbrauche meine mir von der Telekom Deutschland zugestandenen 30 Minuten im World Wide Web - danke dafür. Zum Glück sind meine Finger schnell und meine Schreibwut groß. Schreibblockaden würde diese Beschränkung keine dulden.

Auf dem Weg in die Hansestadt

Bald bin ich dort: Mein Ziel hab ich schnell erreicht... in lächerlichen 3 Stunden 45 - verglichen mit den 13 Stunden Reisezeit nach Charlotte ein Pappenstiel. Ich hab mir überlegt in meiner Abwesenheit von Österreich und gleichzeitig Anwesenheit in der "schönsten Stadt der Welt" wie es mein ehemaliger Mitbewohner Marcel immer zu sagen pflegte, ein wenig mehr zu bloggen und dich an meinem spannenden (more or less?) Hamburger Leben teilhaben zu lassen. Ich muss sagen: Ich hab wahrscheinlich schon einen Wissensvorsprung, weil ganz von null fangen wir beide - also die graziöse Hansestadt und ich - nämlich nicht an. Ich war ja schon mal da. 2008 war das, denke ich. Menschmaier wie die Zeit vergeht.

Dicker Dialekt

Jetzt muss ich wieder meinen dicken Dialekt ablegen und versuchen meinen wildgewachsenen Schnabel dem Hochdeutsch anzupassen - zum Amusement vieler. Heute ist Feiertag - sogar im feiertagarmen Deutschland - und somit ist die Gewöhnungsphase einmal leichter. Morgen dann schon der erste Arbeitstag beim Feinschmecker - meinem hoffentlich letzten Praktikum. Aus der Generation bin ich ja hoffentlich schön langsam rausgewachsen. Aber was tut man nicht alles, um wieder mal in Hamburg daheim zu sein?

Montag, 19. März 2012

Südtirol in Bildern

Oh du, mein schönes Südtirol!

Land der Spinatknödel & des Knödeltris!
Land von Loacker und seinen Zwergen!
Land der Sellaronda und ihren Tücken!
Land von Radio 2000 und seinen "Hits"!
Land von Ötzi - denn er wurde definitiv in Italien gefunden!
Land der Sommerfrische und Wintersonne!
Land des Törggelen und anderer unwiderstehlicher Köstlichkeiten!

Aber am besten, du fährst selbst mal hin.









Samstag, 17. März 2012

Old Stars, New Shine III

Laaaaang ist's her, dass ich zum letzten Mal ein Ensemble alter Starbilder online gestellt habe.

Wer's damals nicht gesehen hat: Hier geht's zu den lustigen Starfotos I und Old Stars, New Shine II.

Und hier purzeln auch schon die neuen herein.

 Liza Minelli - früh übt sich!

 Brad Pitt, als er uns noch verzauberte.

 Backfisch Dustin Hoffman ;)

 Louis Armstrong konnte seine Trompete anscheinend nie zuhause lassen.

Maggie Gyllenhaal mit Zahnspange - eine Leidensgenossin!

Catherine Deneuve surft - wer hätte sich das gedacht!

Oprah als Kid - da fehlten ihr anscheinend noch die Worte!

Jimmy Page rockte schon immer.

Marilyn Monroe - hübs hübs.
Jack Nicholson.


Frank "the cat" Sinatra

Dienstag, 13. März 2012

Handlettering by Katzerina


Was der Winter und ein daheimgelassenes Tablett (danke Tobias!) alles so mit sich bringen. Ich habe vor ein paar Wochen meine neue Leidenschaft entdeckt: Handlettering. Somit habe ich gleich mein ein Logo für meinen lieben, viel zu vernachlässigten Blog gezeichnet. Mir gefällts ;) Jetzt hat er endlich ein eigenes Gesicht, der Blog.  Jo. Natürlich kommt mit so einer Beschäftigung mit Type ein Schwall an neuen Möglichkeiten und Begeisterungsstürmen. 

Das ist genau mein Type

"Juhuuuu... das ist ein schön geschwungenes 'A'" oder "wie toll ist dieser Schatten denn?" Sind nur einige meiner oft gedachten Gedanken. Myfonts.com ist praktisch meine Startseite und ich habe bereits zweimal wahres Geld - sofern amerikanische Dollar als sowas gehandelt werden- für Schriften gezahlt. Wahnsinn! 

Schöne Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen sind übrigens: 

New Vintage Type: Classic Fonts for the Digital Age (Bereits so oft durchgeblättert, dass abgegriffen!)

Hyperactivitypography from A to Z (Besonders lieb & toll & klass!)

Hand Job: A Catalog of Type (Hab ich noch gar nicht, steht aber ganz oben auf meiner Wunschliste!)









Montag, 12. März 2012

Größter Fan



Jetzt hab ich mir wieder mal überlegt, dass ich eigentlich von niemandem so der Megafan bin. Irgendwo verläuft sich dieses "Ich-kauf-jeden-Gax-den-du-machst-denn-du-bist-mein-größter-Hero". Tja, mein zweiter Gedanke war dann auch schon: Falsch gedacht! Mein Hero ist anscheinend Jamie Oliver. Blicke ich auf mein iPhone befindet sich dort die holzverkleidete App mit nicht nur einem zusätzlich gekauften Rezept-Package. Blicke ich in mein Bücherregal, ist die Sektion "Kochen" ziemlich monopolisiert. Jamie Oliver überall! Dabei ist er doch gar nicht mein Typ. Ein blonder Engländer! Was soll das?

Liebe geht durch den Magen

Es kann also nur an dieser uralten Weisheit liegen, dass ich diesem Jamie verfallen bin, wie ein Teenagermädchen Justin Bieber. Als ich ihn damals, zu viel zu später Stunde kochen gesehen habe, wusste ich: Wer mich so spät auf so charmante Weise zum Essen verführt. (Ich war damals knapp davor, sein Pilz-Burger-Rezept nachzukochen! Und das kurz vor Mitternacht! An einem Schultag! Ohne Zutaten! Dieser Mann hat mich tatsächlich verwirrt!) Seine Art die Butter zu schneiden, ohne sie auszupacken, lässt mich schmelzen und wenn er dann auch noch mit Butter und einer kräftigen englischen Hand voll Parmesan sein Gericht verfeinert hat er mich voll und ganz erobert. (Vielleicht ist es nicht er, sondern das Fett? Soviel zum Thema Fastenzeit!)

Kochexperimente

Ich koche ja für mein Leben gerne. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich ja einen Kochblog machen, der in etwa so toll und wunderbar wäre wie Little Miss Dids oder What Katie Ate. Hach - ja, vielleicht mach ich ihn auch noch. Es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Und wie ich so heute erstmals draußen mein Mittagessen eingenommen habe, selbstgekocht und -erfunden, dachte ich mir so bei mir: Ich muss dem Jamie meine unendliche Liebe gestehen & wie ginge das besser, als auf meinem Blog? Und einem Ranking seiner Kochbücher?

Jamie Oliver Kochbücher Top 5

1. Natürlich Jamie
2. Jamies Amerika
3. Jamie unterwegs...
4. Jamies 30 Minuten Menüs
5. Genial italienisch

Aber weißt du was... ehrlich gesagt und wo ich mir das jetzt so überlege. Eigentlich sind alle Bücher gleich gut... nicht mal ein Top 5 Ranking ist möglich. Hach... Jamie... (Lese ich da Frühlingsgefühle zwischen meinen eigenen Zeilen?)